Natürlichkeit bewährt sich
Bei Leder handelt es sich um ein Produkt, welches aus natürlichen Rohstoffen gefertigt wird. Während es zu Beginn seiner
Entwicklung die grundlegende Eigenschaft innehatte, den Menschen in kalten Jahreszeiten das Überleben zu sichern, kommt
Leder heutzutage in den unterschiedlichsten Bereichen zum Einsatz. Durch sein edles Aussehen wird es vor allem zur
Herstellung von Schuhen, Kleidung, Taschen, aber auch Möbeln verwendet. Dadurch dass die Fasern des Leders stark
miteinander verbunden sind, besitzt es einige nützliche Eigenschaften. Dazu zählen zunächst Atmungsaktivität sowie eine
relativ große Wasserdichte, welche vor allem bei Bekleidung und Schuhen von besonderer Vorteilhaftigkeit ist.
Allzeit bequem und warm
Des Weiteren hält Leder auf eine natürliche Art und Weise warm und isoliert die Wärme sogar. Auch eine hohe
Strapazierfähigkeit macht das Leder aus. Diese führt dazu, dass es schwer reißt und außerdem relativ dehnbar ist. Diese
Eigenschaft eignet sich unter anderem dafür, Ledersohlen für Schuhe oder aber beispielsweise Gürtel herzustellen. Aus
den oben genannten Eigenschaften ergibt sich zudem ein unglaublich hoher Tragekomfort von Ledertextilien.
Da es sehr viele verschiedene Ledersorten gibt, bedarf es hier auch immer einer individuellen Pflege. Grundsätzlich lässt
sich zwischen Glattleder und Rauleder unterscheiden. Beginnend mit den unterschiedlichen Glattledern lässt sich sagen,
dass diese nicht vollkommen glatt sind, sondern ihre eigentliche Struktur zumeist noch erkennbar ist. Hier kann je
nachdem, wie es weiterbehandelt wurde, auch nochmal in drei große Gruppen unterteilt werden.
Rein-Anilin-Leder:
Es handelt sich um eine größten Teils naturbelassene Lederart, die deshalb besonders einzigartig ist. Es werden nur
fehlerfreie Tierhäute verwendet, so dass diese Art des Leders sehr hochwertig und edel ist. Da die Lederoberfläche nicht
behandelt wird, ist sie allerdings für Verschmutzung sehr anfällig. Aus diesem Grund sollten nur spezielle
Reinigungsmittel verwendet werden, wenn das reine Anilin-Leder verschmutzt wurde.
Semi-Anilin-Leder
Das Leder ist zwar noch relativ naturbelassen, besitzt jedoch eine stärkere Färbung. Aufgrund dessen sind die natürlichen
Poren wesentlich weniger deutlich sichtbar. Gepflegt werden sollte das Semi-Anilin-Leder mit ebenso speziellen
Pflegemitteln, jedoch ist es schon um einiges pflegeleichter als das Rein-Anilin-Leder.
Pigmentiertes Leder
Im Gegensatz zu den beiden vorherigen Ledersorten wird dieses neben der Färbung mit einer zusätzlichen Lackschicht
überzogen, durch die die Poren verdeckt werden, sodass diese nicht mehr erkennbar sind. Dieses Leder ist wesentlich
pflegleichter, verliert durch die stärkere Behandlung aber auch an Natürlichkeit.
Neben den Glattlederarten gibt es auch verschiedene Raulederarten, welche sich durch ebenso verschiedene Merkmale und
Verarbeitungsschritte auszeichnen.
Nubukleder
Es handelt sich um ein an der Narbenseite geschliffenes Leder, wodurch eine samtartige Oberfläche entsteht. Je nachdem
wie stark das Leder verschmutzt ist, bieten sich bei ganz leichten Verschmutzungen Lederbürsten, bei mittleren
Verschmutzungen Schmutzradierer oder bei sehr starken Verschmutzungen Wasser und Seife zur Reinigung an.
Veloursleder
Es ist ein weiches Leder, welches im Gegensatz zum Nubukleder, an der Fleischseite der Tierhaut geschliffen wurde. Es
besitzt zwar auch eine samtige Oberfläche, jedoch ist diese wesentlich weniger stark ausgeprägt. Bei der Pflege gibt es
je nach Art der Verschmutzung verschiedene Vorgehensweisen. Bei nassen Flecken bietet es sich an, Backpulver oder Natron
auf die Oberfläche zu streuen und dieses auszubürsten, sobald es trocken ist. Bei getrockneten Flecken ist es hingegen
sinnvoll, einen speziellen Schmutzradierer zu verwenden.
Wildleder
Hier wird die Narbenstruktur gänzlich abgeschliffen. Zudem ist Wildleder ein Oberbegriff für all diejenigen Lederarten,
die aus wildlebenden Tieren, wie z. B. Hirschen, Elchen oder Rehen hergestellt wird. Spezielle Wildlederbürsten mit zwei
Seiten eignen sich zur Entfernung von grobem Schmutz. Sollte dieses nicht ausreichen, sondern noch restliche Flecken
übrig bleiben, ist es sinnvoll, zusätzlich einen Wildlederschwamm zur Hand zu nehmen, der ähnlich funktioniert wie ein
Radiergummi. Bei der zusätzlichen Pflege sollte außerdem darauf geachtet werden, eine spezielle Wildlederpflege zu
benutzen, um das Material nicht zu beschädigen.