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Glockenhüte20er Jahre: Die goldene Zeit
Auf einen Blick:
Die Kernantwort: Die Mode der 1920er Jahre gilt als Symbol für gesellschaftlichen
Aufbruch und neu gewonnene Freiheiten. In dieser ra wandelte sich die Kopfbedeckung vom statusträchtigen
Muss zum modischen Statement. Während Damen den praktischen Glockenhut (Cloche) und verzierte
Stirnbänder zum Bubikopf kombinierten, setzten sich bei den Herren der Fedora und die lässige
Schiebermütze als moderne Alternativen zum steifen Zylinder durch.
Die 20er-Jahre-Mode in der heutigen Zeit:
- Der feminine Cloche-Look: In der modernen Mode lässt sich ein tief in der Stirn getragener Glockenhut (Cloche) hervorragend mit einem eleganten Mantel oder einem Etuikleid kombinieren, um eine zeitlose Silhouette zu schaffen.
- Glanzvolle Abendauftritte: Stilvolle Akzente für Feierlichkeiten werden durch mit Perlen oder Pailletten besetzte Stirnbänder oder filigrane Fascinator gesetzt.
- Der maskuline Heritage-Style: Die Schiebermütze (Flatcap) hat durch Serien wie „Peaky Blinders“ ein starkes Comeback erlebt. Sie lässt sich heute sowohl klassisch zum Tweed-Sakko als auch lässig zur Jeans und Lederjacke tragen.
- Klassische Fedora-Eleganz: Ein hochwertiger Fedora-Hut in gedeckten Farben wie Grau, Braun oder Schwarz ergänzt einen modernen Anzug oder einen Trenchcoat und verleiht dem Träger eine markante, nostalgische Note.
- Detailverliebte Accessoires: Der Einsatz von Hosenträgern, Fliegen oder Perlenketten rundet das Erscheinungsbild ab, ohne dass das gesamte Outfit historisch wirken muss.
Zitierhinweis: Hutshopping Ratgeber (2020) | 20er-Jahre
Vor gut 100 Jahren begann ein Jahrzehnt, das in vielerlei Hinsicht prägend war. Eine schnelllebige Zeit voller Widersprüche, die nicht nur durch Medien wie Literatur, Film und Fernsehen, sondern auch durch Modetrends wie Hosenträger, Flatcaps oder dem Glockenhut weiterlebt.
Historie – Es war einmal vor hundert Jahren
Ein schwerer Anfang
Prickelnder Champagner und unaufhaltsame Lebenslust – davon war Anfang der 1920er noch nichts zu spüren.
Denn das Jahrzehnt, welches so oft mit Glitzer und Glamour assoziiert wird, begann eher weniger
glänzend. Die Folgen des Ersten Weltkriegs waren allgegenwärtig. Arbeitslosigkeit,
Hungersnot und Existenzängste prägten die Zeit.
Erst die Einführung einer neuen Währung und die Fliebandproduktion führten Mitte des Jahrzehnts zu
einem wirtschaftlichen Aufschwung. Arbeitsplätze wurden geschaffen, womit nicht nur das
Einkommen, sondern auch die Kaufkraft stieg. Die neue Massenproduktion machte Waren für jedermann
zugänglich. So selbstverständlich wie damals Hüte auf den Köpfen der Menschen getragen wurden, fuhren
nun die Autos durch die Straßen und die Flugzeuge flogen über den Wolken. Mit rasanter Geschwindigkeit
nahmen Wissenschaft und technischer Fortschritt durch große Köpfe wie Darwin und Einstein Fahrt auf.
Roaring Twenties – Die goldene Zeit
Der Rhythmus des Jahrzehnts wurde fortan bestimmt durch das Aufblühen von Musik, Tanz und Kunst und
formte einen neuen Lebensstil. Einen Lebensstil der Freidenker und Avantgardisten, der
den vorherrschenden gesellschaftlichen Konventionen entgegentrat. Die Menschen feierten mit neuer
Lebensfreude und Freiheit ausgelassen zu Jazz und tanzten den angesagten
Charleston oder Shimmy. Dabei waren vor allem die Frauen oft freizügig
gekleidet und trugen aufregenden Kopfbedeckungen, so zum Beispiel glitzernde Haarbänder und Federn. Das Radio
und der Film etablierten sich als Massenmedien. Im Varieté und Kino erlebten die
Menschen Kunst und Unterhaltung von aufreizenden Burlesque-Shows bis hin zu Filmen von
Charlie Chaplin mit seinem charakteristischen Melonenhut. Auch Sportwettkämpfe wie Boxen, Fußball oder Motorsport wurden
zum Vergnügen der Massen.
Der neu gewonnene Wohlstand erreichte jedoch nicht alle Teile der Bevölkerung. Vergnügen und Erfolg
herrschten vorwiegend in der Oberschicht der Grostädte. Insbesondere die Landbevölkerung reagierte
widersprüchlich auf den neuen dekadenten Lebensstil. Daneben waren Armut und Verbrechen ein stetiger
Begleiter der rauschenden Zeit. Mit Zigarette und Flatcap trieben Verbrecher und Gangs in den Gassen der
Grostädte ihr Unwesen.
Vom Boom zum Bruch – Schöne kurze Zeit
So schnelllebig wie die Zeit selbst kam auch ihr Ende. 1929 sorgte der Börsencrash am „Schwarzen Donnerstag“ in den USA weltweit für einen Zusammenbruch der Wirtschaft. Die Wirtschaftskrise stürzte das Land in Armut, wodurch Arbeitslosigkeit und damit auch die Verbrechensrate rapide stiegen. Die neue Lebensfreude wich einem Alltag voller Angst und Unzufriedenheit und die Roaring Twenties gehörten der Vergangenheit an.
Lifestyle und Mode des Zeitalters
The future is female
Die 1920er ermöglichten der Frau neue Freiheiten. Sie löste sich vom klassischen Rollenbild als
Mutter und Ehefrau und durfte nun wählen gehen, am Wirtschaftsleben teilnehmen und studieren. Die Frau konnte
mehr und mehr von den Dingen tun, die bisher dem Mann vorbehalten waren. Dies spiegelte sich auch in der
Alltagskleidung der 20er Jahre wider. Darüber hinaus wurde der typische 20er-Jahre Look der
Frauen durch auffällige Kopfbedeckungen abgerundet.
Lange Haare, Boater-Strohhut und Korsett waren Geschichte – die moderne Frau trug einen Bubikopf, Hosenanzug
und flache Schuhe. Dazu kombiniert einen praktischen Topf- oder Glockenhut. Die Frauen der Zeit symbolisierten durch ihr androgynes Erscheinungsbild
die Gleichstellung zum Mann. Bei Nacht legten die sogenannten Flapper-Girls ihren neuen Look ab
und tauschten ihn gegen knielange Röcke oder Kleider, viel Make-Up und die klassische Wasserwelle. Die Damen
betonten ihre weiblichen Reize, auf welche sie am Tag bewusst verzichteten. Freiheit und
Unabhängigkeit bestimmten das neue Lebensgefühl der Frau. Als Accessoires dienten typischerweise eine
Zigarettenspitze, Handschuhe sowie ein bunt verziertes Stirnband, ein glitzernder Turban oder eine
Perlenmütze.
Die Männermode der 20er Jahre
Wagemutig und athletisch sollte der Mann der 20er Jahre sein. Dies wurde besonders durch den Boxsport, welcher an
Popularität zunahm, unterstützt. Dazu wurden die Haare kurz getragen, der Bart war out und auf dem Kopf thronte
stets ein Hut.
Das vorherrschende Männerbild fand sich auch in der Mode wieder. Breite gepolsterte Sakkos in dunklen Farben
oder ein Nadelstreifenanzug sollten den Männern einen maskulinen und lässigen Look verleihen.
Zylinder wurden abgelöst vom kleineren
Fedora-Hut oder einer lässigen Schiebermütze. Hosenträger und
Hut waren die Must-haves der Männergarderobe. Tief ins Gesicht gezogen, waren sie oft auch ein Merkmal der
damaligen Gangster und Verbrechern.
Retro-Style: Das Comeback der 20er-Jahre-Looks
Erfolgsserien und Filme bringen die berühmten Zwanziger Jahre zurück in unsere Zeit. Deswegen ist es kein Wunder, dass der Look der Goldenen Zwanziger ein Comeback feiert. Denn heute sind nicht nur lässige Anzüge, weite Hosen und die Bob-Frisur wieder angesagt, auch Hüte sind wieder im Trend. Wir zeigen dir, welche Looks gerade unverzichtbar sind.
Lässiger Schirmmützen-Look
Klassische Flatcaps, wie zum Beispiel Schieber- und Ballonmützen, sind heute wieder en vogue. Auch wenn der Look früher eher unter den Männern verbreitet war, ziert er heute ebenso viele Frauenköpfe. Verschiedenste Farben und Stoffe bieten eine große Auswahl für jeden Geschmack. Elegant kombiniert zum schicken Oversized-Mantel sind die Mützen der Hingucker im Herbst.
Klassischer Fedora-Style
Der Fedora hat über die Jahre immer wieder sein Comeback gefeiert. Seine Verbreitung war jedoch nicht nur in den 20ern sehr groß. Die kleinere Abwandlung des Fedoras, der Trilby, war vor allem unter Musikern und Tänzern ein angesagtes Accessoire. Auch heute sind der Fedora oder Trilby zu jedem Anlass eine gute Wahl. Ob lässig kombiniert zu Jeans und Hemd im Casual Look oder elegant zum Hosenanzug – der Hut verleiht jedem Outfit einen Hauch nostalgischer Klasse.
Moderner Retro-Look: Turbane & Walkmützen
Elegant und stylisch – glitzernde Turbane und
verzierte Walkmützen waren schon vor 100 Jahren angesagt. Aufregend kombiniert zur
Abendgarderobe ziehen sie jeden Blick auf sich. Doch auch im Alltag, passend zum
schlichten Rollkragenpullover mit Blazer, lassen sich die Kopfbedeckungen wunderbar integrieren. Lass
dich inspirieren und bring die Mode der 20er Jahre zurück in deinen Kleiderschrank.